Verpackungslexikon

OPP-Folie: Eigenschaften und Unterschiede zu BOPP und CPP

Kurz erklärt

OPP-Folie ist eine orientierte Folie aus Polypropylen. OPP steht für „oriented polypropylene“. Durch Strecken während der Herstellung erhält die Folie eine Orientierung, die ihre Eigenschaften beeinflusst. Im Verpackungsmarkt bezeichnet OPP häufig biaxial orientierte PP-Folie; die technisch eindeutigere Bezeichnung dafür lautet BOPP.
  • PP bezeichnet den Werkstoff, OPP die orientierte PP-Folie und BOPP die Orientierung in zwei Richtungen.
  • Transparenz, Festigkeit und Steifigkeit hängen von Folientyp, Rezeptur, Dicke und Verarbeitung ab.
  • Barriere, Bedruckbarkeit und Heißsiegelfähigkeit müssen für die konkrete Folienausführung beurteilt werden.

Wie entsteht OPP-Folie?

Die Grundlage von OPP-Folie ist der Kunststoff Polypropylen (PP). Bei der Herstellung wird die Folie gestreckt und dadurch orientiert. OPP ist deshalb keine eigenständige Kunststoffart, sondern eine verarbeitete Form von PP.

Bei BOPP erfolgt das Strecken in Maschinenrichtung und quer dazu. Diese Orientierung in zwei Richtungen beschreibt auch das National Institute of Standards and Technology (NIST) in seiner BOPP-Definition. Der technische Leitfaden von HMEL zur BOPP-Herstellung erläutert den Herstellungsprozess und die damit verbundenen Folieneigenschaften.

PP, OPP, BOPP und CPP im Vergleich

Die Bezeichnungen unterscheiden zwischen Werkstoff, Orientierung und Herstellungsverfahren. Sie sind deshalb nicht beliebig austauschbar.

Begriff Ausgeschriebene Bezeichnung Herstellung / Orientierung Fachliche Einordnung und Grenze
PP-Folie Polypropylenfolie Durch den Begriff allein nicht festgelegt Oberbegriff für Folien aus PP; sagt noch nichts über Orientierung oder Verarbeitungseigenschaften aus.
OPP Oriented Polypropylene Orientierte PP-Folie Im Verpackungsmarkt häufig für BOPP verwendet; die konkrete Orientierung sollte eindeutig angegeben sein.
BOPP Biaxially Oriented Polypropylene In Maschinen- und Querrichtung gestreckt Präzise Bezeichnung für biaxial orientierte PP-Folie; bestimmt allein weder Beschichtung noch Siegeleigenschaften.
CPP Cast Polypropylene Im Gießfolienverfahren hergestellt Keine biaxial orientierte BOPP-Folie; Unterschiede bei Flexibilität und Siegelverhalten hängen von der Sorte ab.

Für technische Spezifikationen genügt die Angabe „OPP“ daher häufig nicht. Entscheidend sind zusätzlich die konkrete Folienqualität und ihr Aufbau.

Eigenschaften und Barriere

Orientierte PP-Folien können eine hohe Klarheit sowie ausgeprägte Steifigkeit und mechanische Festigkeit aufweisen. Die biaxiale Orientierung kann diese Eigenschaften verbessern. Eine transparente Ausführung ist jedoch ebenso wenig durch das Kürzel garantiert wie eine bestimmte Belastbarkeit: Rezeptur, Folienstärke, Verarbeitung und Veredelung beeinflussen das Ergebnis.

Bei der Schutzfunktion müssen verschiedene Barrieren getrennt betrachtet werden:

  • Feuchtigkeit: OPP/BOPP kann eine Barriere gegen Wasserdampf bieten. Die konkrete Schutzwirkung ergibt sich aus der jeweiligen Folienqualität.
  • Sauerstoff und Aroma: Eine hohe Barriere darf bei unbeschichteter OPP-Folie nicht pauschal vorausgesetzt werden. Beschichtungen oder ein Verbundaufbau können die Eigenschaften verändern.
  • Licht: Die Lichtbarriere hängt unter anderem von der Ausführung ab. Metallisierung kann die Barriere gegen Licht sowie gegen Feuchtigkeit und Sauerstoff erhöhen.

Die Materialbezeichnung ersetzt somit keine Angaben zu den benötigten Barrierewerten. Für empfindliches Packgut muss die gesamte Verpackungsstruktur zur Schutzaufgabe passen.

Bedrucken und Heißsiegeln

Nicht jede OPP-Folie ist unmittelbar bedruckbar oder heißsiegelfähig. Diese Eigenschaften hängen vom Folienaufbau und der Ausrüstung ab.

Eine geeignete Oberflächenbehandlung oder bedruckbare Beschichtung kann die Voraussetzung für den Druck schaffen. Siegelfähige Schichten oder Beschichtungen können das Heißsiegeln ermöglichen. Daraus lässt sich aber keine allgemeine Siegeltemperatur für OPP ableiten.

Wenn Sie OPP-Folie verarbeiten möchten, klären Sie deshalb die Eignung für das vorgesehene Druck- und Siegelverfahren anhand der konkreten Spezifikation. Auch Beschichtung, Metallisierung und mögliche Verbundpartner gehören zu dieser Beurteilung.

Anwendungen als Verpackung

OPP- beziehungsweise BOPP-Folien werden unter anderem für folgende Anwendungen eingesetzt:

  • flexible Verpackungen und Beutel,
  • Lebensmittelverpackungen,
  • Etiketten und andere bedruckte Anwendungen,
  • Bestandteile von Verbundfolien.

Welche Ausführung passt, richtet sich nach dem Packgut und der Schutzaufgabe. Eine klare Folie kann beispielsweise die Sicht auf den Inhalt ermöglichen; bei höheren Barriereanforderungen kann eine beschichtete, metallisierte oder im Verbund eingesetzte Ausführung erforderlich sein. Ein belegter Einsatzbereich bedeutet jedoch keine automatische Eignung jeder OPP-Folie für diese Anwendung.

Lebensmittelkontakt, Recycling und Entsorgung

OPP-Folie wird für Lebensmittelverpackungen eingesetzt, ist aber nicht allein aufgrund ihrer Materialbezeichnung für jeden Lebensmittelkontakt geeignet. Maßgeblich ist die Konformität der konkreten Folienqualität für den vorgesehenen Einsatz. Das gilt auch für zusätzliche Schichten, Beschichtungen und die fertige Verpackung.

PP-basierte flexible Verpackungen können grundsätzlich für PP-Recyclingströme ausgelegt werden. Ob eine OPP-Verpackung tatsächlich sortier- und recyclingfähig ist, hängt jedoch vom gesamten Aufbau ab. Die CEFLEX-Leitlinien zu Designentscheidungen berücksichtigen dafür unter anderem Barriereschichten, Beschichtungen, Druckfarben, Klebstoffe und Verbundpartner.

Eine pauschale Aussage wie „OPP ist recycelbar“ reicht deshalb nicht aus. Für die Entsorgung sind außerdem die örtlichen beziehungsweise betrieblichen Erfassungs- und Verwertungswege maßgeblich. Aus der Bezeichnung OPP allein lässt sich kein konkreter Entsorgungsweg für jede Verpackung ableiten.

Häufige Fragen

Im Verpackungsmarkt werden die Begriffe häufig für dieselbe Foliengruppe verwendet. Technisch benennt BOPP ausdrücklich die Orientierung in zwei Richtungen. Wenn die Orientierung für Ihre Anwendung relevant ist, sollte die Spezifikation daher BOPP oder die konkreten Orientierungsrichtungen nennen.

Aus dem Herstellungsverfahren allein lässt sich keine allgemeine Rangfolge ableiten. Bei CPP und OPP/BOPP müssen die konkrete Sorte, der Schichtaufbau und das vorgesehene Siegelverfahren zusammenpassen.

Nein. Auch bei einer PP-basierten Verpackung müssen Beschichtungen, Barrieren, Druckfarben, Klebstoffe und weitere Bestandteile berücksichtigt werden. Hinzu kommen die verfügbaren Sortier- und Recyclingwege.

© Copyright - Combra Verpackungssysteme KG. Angebot gilt nur für Gewerbetreibende.