PP- vs. PVC-Packband: Die Unterschiede

Gerade beim Thema Packband ist die Auswahl riesig. Verschiedene Farben, Längen, Breiten, Klebstoffe und Materialien stehen im Verpackungsmaterial Shop zur Auswahl. Begrifflichkeiten und Abkürzungen wie PP, PVC oder Naturkautschuk werden oftmals vernachlässigt. Dabei spielen diese Faktoren eine tragende Rolle bei der Auswahl des richtigen Klebebands. Mit dem bloße Auge ist zwischen einem PP- und PVC-Packband eigentlich kein Unterschied auszumachen. Allerdings gibt es zwischen ihnen deutliche Qualitätsunterschiede.

Für den normalen Verbraucher spielen die Unterschiede zwischen PP- und PVC-Band keine allzu große Rolle – wie sagt man so schön im schwäbischen – Hauptsache es bäbbt. Für den professionellen Versand gibt es beim Klebeband aber einiges zu beachten:

  • Maße: die Kleberollen haben in der Regel eine Länge von 66 Metern. In der Breite können diese gern variieren. Im Shop bieten wir Standardbreiten von 50 mm bis hin zu breiten Klebeband von 75 mm.
  • Aufmachung: Packband eignet sich außerdem als sehr gutes Marketinginstrument. Farblich lassen sich Akzente setzen – nicht nur braun oder transparent – mit einem Logo kann es zudem noch individualisiert werden. Für einen besseren Transportschutz kann zusätzlich ein Warnband benutzt werden.
  • Traglast: je nach Produktart ist bei der Wahl des richtigen Klebebands auch auf die Traglast (Stärke) zu achten.
  • Temperatur: Lagerung im Kühlhaus, Luftfracht oder Standardversand per Transportdienst? Auf ein Packstück wirken verschiedene Temperaturen ein. Achten Sie daher unbedingt beim Packband kaufen auf das Ausgangsmaterial PP und PVC.
  • Handling: verschiedene Packbandarten haben auch verschiedene Eigenschaften: Leichtes, leises und gleichmäßiges abrollen können das Handling verbessern.

Der Aufbau eines Packbands

Handelsübliche Klebebänder bestehen aus einer Kunststoffolie, die einseitig mit Klebstoff beschichtet ist. Als Träger für den Klebstoff können verschiedene Arten von Folie und Papier zum Einsatz kommen. In der Regel wird ein Packband mit drei bis vier Schichten hergestellt.

1
2
3
4
Zeichnung von einem Packband, welches die verschiedenen Schichten des Klebebandes zeigt.
1

Trennlackierung

4

Klebemasse

  1. Trennlackierung: sorgt für ein leises Abrollen
  2. Trägermaterial: bestimmt die Reißfestigkeit sowie die Dehnungseigenschaften. Als Material kommt hier Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Filament oder Papier zum Tragen.
  3. Haftvermittler: wird in der Branche auch Primer genannt. Er sorgt dafür, dass die Klebemasse richtig am Trägermaterial haftet.
  4. Klebemasse: sorgt für die Verschlusssicherheit. Durch den Einsatz von verschiedenen Klebstoffarten wie Hotmelt, Naturkautschuk und Acrylat kann das Verschlussmittel nahezu auf jeden Untergrund sicher haften.

PP- oder PVC Packband? Hier liegen die Unterschiede

PP und PVC sind moderne Kunststoffe, genauer gesagt Thermoplaste, die bei starker Hitzeeinwirkung schmelzen und dann beliebig verformbar sind. Das erste Patent für PVC stammt aus dem Jahr 1912, die Entwicklung von PP erfolgte in den 1950er-Jahren. Nach Polyethylen (PE) liegt Polypropylen auf Platz zwei und Polyvinylchlorid auf Platz drei der weltweit am häufigsten verwendeten Standardkunststoffe. Dies spricht für die vielseitige Verwendbarkeit und die vielen positiven Eigenschaften beider Trägermaterialien.

 PP PackbandPVC Packband
Vorteile
Kostengünstig
Umweltfreundlicher Produktionsprozess
Für unterschiedliche Klebemassen geeignet
Hält auch bei sehr niedrigen und hohen Temperaturen
Höhere Reiss- und Belastbarkeit
Besonders leises abrollen möglich
Nachteile
Reisst schneller ab
Mangelhafte Haftung bei sehr niedrigen Temperaturen
Kostenintensiver

Beide Stoffe entstehen durch Kettenpolymerisation: Polyvinylchlorid aus dem gesundheitsgefährdenden Grundstoff Vinylchlorid, Polypropylen aus dem farblosen Gas Propen. Unter Kosten- und Umweltaspekten hat PP klare Vorzüge. Zum einen ist PVC in der Herstellung deutlich kostenintensiver als PP. Zum anderen ist PVC, bedingt durch die chemische Zusammensetzung, im ganz Gegensatz zu PP, nur mit hohem Aufwand und starken Qualitätseinbußen zu recyceln und hinterlässt beim Verbrennen giftige Rückstände. Zum Ausgleich besticht PVC-Trägerfolie durch herausragende Materialeigenschaften. In puncto Belastbarkeit kann PP-Klebeband nicht ganz mithalten.

Eigenschaften von PVC Packband

Polyvinylchlorid, kurz PVC ist ein amorpher, thermoplastischer Kunststoff. Das Material ist besonders widerstandsfähig und formbar und eignet sich daher sehr gut als Klebeband. Durch diese Eigenschaften eignet sich PVC-Packband daher ideal für sehr schwere Kartonagen. Als Kleber wird standardmäßig Naturkautschuk eingesetzt. Dadurch haftet das Packband auf den unterschiedlichsten Oberflächen und kann zudem auch bei sehr hohen Temperaturen eingesetzt werden.

Eigenschaften von PP Packband

PP Packband – kurz für Polypropylen – ist ebenfalls ein thermoplastischer Kunststoff. Es ist genauso formbar wie PVC, verfügt über eine hohe Reißfestigkeit und Klebekraft. Polypropylen ist jedoch anfälliger bei sehr niedrigen und hohen Temperaturen, wie zum Beispiel in einem Kühlhaus. Aufgrund der Beschaffenheit des Bandes eignet sich dieses sehr gut für leichte und mittelschwere Pakete. Als Klebstoff kommen bei PP Packbänder Naturkautschuk, Acrylat und Hotmelt zum Einsatz.

Den Unterschied zwischen PP und PVC Packband erkennen

Die Klebebänder weisen durch die Trägerfolie (PP oder PVC) sowie durch die Klebstoffart deutliche Qualitätsunterschiede auf. Im Einzelhandel und auch bei vielen Restposten sind weder der Kleber noch die Trägerfolie genauer spezifiziert. Aber es gibt zwei ganz einfache Tricks um zwischen PP- und PVC-Packband zu unterscheiden.

Trick 1: Packband in die Breite ziehen

Um ein Packband zu identifizieren, können Sie wie folgt vorgehen: Rollen Sie ein Stück des Packbandes ab und ziehen Sie es in die Breite. Verfärbt sich das Klebeband, handelt es sich um ein PVC Packband. Ein PP Paketband behält hingegen seine Farbe.

Trick 2: Der Kugelschreiber Test

Mit einem spitzen Gegenstand, wie zum Beispiel ein Kugelschreiber, kann ein ganz einfacher Test gemacht werden. Dafür wird ein Stück Klebeband abgerollt und an einer glatten Oberfläche, wie zum Beispiel an einem Tisch. befestigt. Das Klebeband wird straff gezogen, so dass zwischen Rolle und Tisch ein Hohlraum entsteht. Jetzt kann mit einem Kugelschreiber auf das Packband „eingestochen“ werden. Entsteht nur ein Loch, handelt es sich um ein PVC-Packband. Reist das Packband hingegen ab, handelt es sich um ein PP-Packband.

Naturkautschuk-, Acrylat und Hotmeltkleber

Für die Auswahl des richtigen Klebebands ist nicht nur das Trägermaterial, sondern auch die Klebemasse verantwortlich.

  • Hotmelt: wird umgangssprachlich auch Schmelzklebstoff genannt. Es ist Lösungsmittelfrei und hat eine nahezu unbegrenzte Lagerhaltbarkeit.
  • Naturkautschuk: ist umweltfreundlich und gibt kaum Dämpfe ab. In Verbindung mit dem PP-Träger ist die Entsorgung unproblematisch.
  • Acrylat: kommt in zwei verschiedenen Ausführungen als Dispersions- und Lösemittel Klebstoff zum Einsatz. Dispersions-Acrylat-Kleber sind gegenüber der anderen Variante unbedenklicher, da bei der Entsorgung keine schädlichen Stoffe freigesetzt werden.

Vor- und Nachteile der Klebstoffarten

 Hotmelt KleberAcrylat KleberNaturkautschuk Kleber
Vorteile
Schnelle Haftung
Leicht abzurollen
Hält auf Metall
Leicht abrollend
Dauerhaftung
UV-Beständigkeit
Leicht abrollend
Leise abrollbar
Hohe Klebekraft
Temperaturbeständig
Nachteile
Geringe UV-Beständigkeit
Lautes abrollen
Geringe Schubfestigkeit
Geringe UV-Beständigkeit
Minimale Farbunterschiede möglich

Verbindung zwischen Kartonage und Klebstoff

Um schlussendlich die Entscheidung treffen zu können, welches Paketband den jetzt das richtige ist, muss noch eine letzte Frage geklärt werden. In Gesprächen erhalten wir öfters das Feedback, dass das Klebeband nicht richtig am Karton haftet oder sich innerhalb kürzester Zeit löst. Meistens liegt es allerdings kein Materialfehler vor, sondern einfach ein „falsches“ Produkt.

Karton ist nicht gleich Karton, auch wenn die Unterschiede mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Die Innen- und Außendecke bildet ein sog. Test- oder Kraftliner. Während der Kraftliner aus Frischfasern besteht, handelt es sich beim Testliner um ein recyceltes Material. Frischfaser sind länger und können sich so bei der Produktion stärker verweben.  Dadurch entsteht eine höhere Festigkeit. Vor allem bei wechselnden  Temperaturen und Feuchtigkeit kommen Kartonagen mit einem hohen Frischfaseranteil zum Einsatz.

Sind diese Gegebenheiten nicht vorhanden, reicht ein Karton dessen Innen-und Außendecke aus einem Testliner besteht in der Regel völlig aus. Moderne Herstellungsverfahren stellen sicher, dass auch schwere Produkte verpackt und geschützt werden können. Ein weiterer Vorteil besteht aktuell in einer Kostenersparnis gegenüber Kartonagen aus Kraftliner.

Der Acrylatkleber dringt in die Fasern ein und geht eine gewisse Verbindung mit der Oberfläche ein. Sind die Fasern zu kurz, kann es dazukommen, dass keine optimale Klebeleistung existiert. Das Packband kann sich lösen oder eine unzureichende Leistung aufweisen.

Bei Kartonagen mit einem Testliner lassen sich mit dem Hotmelt- bzw. Naturkautschuk-Kleber bessere Ergebnisse erzielen. Beide sind sogenannte Oberflächenkleber und haften direkt an der Stelle, wo sie aufgebracht werden. Die Länge der Fasern spielt in diesem Szenario keine allzu bedeutende Rolle.

Ist die Innen- und Außendecke aus einem Kraftliner können alle Klebstoffarten genutzt werden.

Mehr als ein Klebeband: Individualisiertes Packband, kleiner Aufwand – große Wirkung

Es gibt wohl kaum eine einfachere Möglichkeit, die eigene Marke in einem positiven Kontext zu präsentieren und den eigenen Wiedererkennungswert zu steigern, als mit individuell bedrucktem Paketklebeband. Es ist ganz einfach und kostet nicht viel, den Firmennamen, das Logo oder eine knackige Werbebotschaft auf hochwertiges Packband drucken zu lassen.

Und diese günstige Branding-Maßnahme lohnt sich auf jeden Fall, denn Sendungen, die mit individualisiertem Klebeband verschlossen sind, fallen ins Auge und heben sich angenehm von der Masse ab. Auf dem hart umkämpften B2C-Markt im Onlinehandel kann dieses kleine Detail einen großen Unterschied machen. Unternehmen, die ihre Waren über die großen Handelsplattformen und Online-Auktionshäuser vertreiben, wissen: Für die Kunden zählen vor allem Qualität, Preis und kurze Lieferzeiten. Oft ist ihnen gar nicht mehr bewusst, bei welchem Händler sie die Ware bestellt haben.

Individualisiertes Packband auf einer Warensendung rückt den Anbieter dezent ins Blickfeld des Kunden. Die Freude über eine Lieferung verbindet sich unmittelbar mit der Wahrnehmung der Marke. Klebeband mit Firmenaufdruck fördert die Brand Awareness und ist damit der erste Schritt zu einer nachhaltigen Kundenbindung.

Bedrucktes PVC Packband mit eigenem Logo oder Schriftzug

PP oder PVC – welches Klebeband ist das richtige?

Wer billig kauft, kauft zweimal“ – diese Binsenweisheit trifft auch im Bereich der Packbänder zu. Billige Produkte mit einer geringen Stärke und mäßigen Klebstoff sorgen für einen günstigen Einkauf, oder? Durch die mäßige Qualität müssen Pakete doppelt und dreifach verklebt werden. Der Materialverbrauch ist deutlich höher und Sie benötigen mehr Zeit.

Ob PP oder PVC das bessere Trägermaterial für Klebebänder ist, lässt sich nicht generell entscheiden. Die Frage sollte eher lauten: Ist PVC- oder PP-Klebeband die bessere Wahl für einen bestimmten Anwendungszweck? Schließlich haben beide Materialien ihre spezifischen Stärken und Schwächen.

PVC-Trägerfolie ist flexibel, extrem reißfest, wasserfest, UV-beständig und völlig unempfindlich gegen Kälte und Hitze. Packband aus PVC mit Naturkautschukkleber rollt leise ab und entwickelt eine enorme Haftwirkung auf allen Oberflächen, auch auf Stoff oder Metall. Damit eignet sich PVC-Klebeband bestens zum Verschließen schwerer Kartonagen und hält sicher auch unter schwierigen Transport- und Lagerbedingungen. Die günstigere und umweltverträglichere PP-Folie ist deutlich weniger reißfest und belastbar. PP-Klebeband guter Qualität ist aber für leichte und mittelschwere Kartonagen sehr gut geeignet. Schwierig wird es nur bei Minustemperaturen, wie beispielsweise Kühltransporten, denn das Material ist kälteempfindlich und kann spröde werden.

Infografik von PP und PVC Packband
 
Transport innerhalb Europa

Weltweiter Transport (See- und Luftfracht)
Leichte Pakete bis 10 kgPP PackbandPVC Packband Excellent
Mittelschwere Pakete bis 25 kgPP Packband Premium, Naturkautschukkleber
PP Packband Premium, Acrylatkleber
PVC Packband Excellent
Schwere Pakete über 25 kgPVC Packband ExcellentPVC Packband Excellent

Wer auf Kostenoptimierung und Umweltverträglichkeit achtet, setzt PVC- und PP-Klebeband mit Bedacht ein. Auch wenn PVC allgemein als das strapazierfähigere Material gilt, lassen sich viele Sendungen mit hochwertigem PP Klebeband ebenso sicher verschließen. Wenn das teure PVC-Klebeband nur für schwere Pakete und bei schwierigen Versandbedingungen zum Einsatz kommt und der Standardversand leichter und mittelschwerer Kartonagen mit dem günstigeren PP Packband erfolgt, lässt sich bares Geld sparen und zugleich die Umwelt schonen.

Packband richtig lagern

Um eine gleichbleibende Qualität, Klebeleistung und Reißfestigkeit zu gewährleisten, sollte Packband – unabhängig aus welcher Materialzusammensetzung – an einem warmen und trockenen Ort gelagert werden. Außerdem sollte das Klebeband über die gesamte Lagerdauer vor UV-Strahlung, Staub und Schmutz geschützt werden.

Ist eine Lagerung nur in einem kühlem Lager möglich, muss das Packband vor Verwendung auf Raumtemperatur gebracht werden. Im kalten Zustand kann nicht die optimale Klebekraft erreicht werden. Außerdem lässt sich das Packband schwerer verarbeiten und rollt auch lauter ab.

Karton richtig verschließen: So sparen Sie jede Menge Klebeband

Hochwertige Packbänder lohnen sich definitiv. Vorbei sind die Zeiten, dass ein Paket mehrfach umwickelt wird. Mit dem einfachen Deckel- und Bodenverschluss sowie dem H-Verschluss sparen Sie nicht nur Verpackungsmaterial, sondern auch jede Menge Zeit.

Einfacher Kartonverschluss mit Klebeband. Dabei wird das Klebeband über die Deckel- und Bodenklappe geklebt.

Einfacher Deckel- und Bodenverschluss: Für leichte Gegenstände und bei geringen Transportbelastungen reicht es, dass die Klappen am Boden und Deckel miteinander verklebt werden.

Sicherer Kartonverschluss mit Packband. Das Packband wird dabei über die Boden- und Deckelklappen geklebt sowie über die Kanten und Ecken des Kartons.

H-Verschluss: Durch das Überkleben der Kanten und Ecken sowie der Boden- und Deckelklappen, hält die Verpackung höheren Belastungen stand. Diese Verschlussart ist auch für schwere Produkte und lange Transportwege geeignet.